08.05 bis 25.05.2026

Shanghai – Peking – Xi’an – Chongqing – Fenghuang – Hongkong – Shenzhen – Shanghai

Zur Abwechslung geht es mal nicht nach Westen, sondern nach Osten, nach China. Statt eigenständig mit dem Wohnmobil sind wir mit der Bahn unterwegs und werden in den Destinationen von lokalen, meist Deutsch sprechenden Reiseleitern begleitet. In gut zwei Wochen legen wir immerhin über 6.000 km zurück. Wir wollen unbedingt das futuristische China kennenzulernen. Das schließt auch geschichtsträchtige Orte ein.

Die Idee, eine Reise nach China zu machen, keimte auf, als ich im Dezember 2023 das Buch von Frank Sieren, „Shenzhen, Zukunft Made in China“ las und konkretisierte sich, als das ZFD im Oktober 2025 die Dokumentation „Megacitys – Wenn es Nacht wird in Chongqing“ ausgestrahlte. Regina und ich waren uns sofort einig: Da fahren wir hin! Mit Herrn Yang des Reiseveranstalters Sinorama Reisen fanden wir schnell einen kompetenten Ansprechpartner. Gebucht haben wir schließlich eine Privatreise in Form einer Mischung aus dem Programm „Futuristisches China“ und eigenen Ideen.

Unsere Route. Shanghai – Peking – Xi’an – Chongqing – Fenghuang – Hongkong – Shanghai.

Transport

Unsere Reise startete in Frankfurt mit dem Flug nach Shanghai. Reiseleiter begleiteten uns in Shanghai, Peking, Xi’an, Chongqing, Fenghuang und Shenzhen. Somit hatten wir auch ein Fahrzeug mit Fahrer zur Verfügung. In den Zeiten ohne Reiseleitung, teilweise in Chongqing, Hongkong und die letzten beide Tage in Shanghai nutzten wir öffentliche Verkehrsmittel. Die Distanzen zwischen den Orten legten wir mit Hochgeschwindigkeitszügen zurück.

Temperatur, Klima, Zeitzonen

Der Zeitunterschied betägt zu unserer Zeit im Sommer sechs Stunden. Obwohl die Ausdehnung des Landes drei Zeitzonen rechtfertigen würde, wurde CST (China Standard Time, entspricht GMT+8) für das ganze Land festgelegt. Würde man stattdessen die Zeitzone nach den Sonnenständen festlegen, ergäbe sich für unseren westlichsten Standort Chongqing CST minus 54 Minuten zur amtlichen chinesischen Zeit und den östlichsten mit Shanghai wären es CST plus sechs Minuten. Das bedeutete, dass die Sonne in Chongqing eine Stunde später auf bzw. früher unterging als in Shanghai.

Unsere Reiseziele liegen alle südlich des 40sten Breitengrades, bezogen auf unsere Länge also etwas südlich von Mallorca. Somit waren die Temperaturen angenehm warm, teilweise sogar heiß. Allein an den Regentagen ging Temperatur merklich zurück, ohne jedoch kalt zu sein.

Bezahlsystem und Geld

Das futuristische China beginnt bereits beim Bezahlen. Unser Hauptzahlungsmittel war Alipay, dass wir bis zu einem Betrag von 200 RMB kostenfrei nutzen konnten. Darüber hinausgehende Beträge haben wir mit unseren VISA Karten ebenfalls ohne Auslandseinsatzgebühr gezahlt. Der Kurs Renminbi Yuan beträgt zum Euro etwa 8:1. Aus den USA kennen wir es, dass wir praktisch kein Bargeld benötigen. In China haben wir es ebenfalls darauf ankommen lassen. Wir haben kein Geld getauscht und haben die gesamten vierzehn Tage keinen Yuan Bargeld benötigt. Restaurants und Sehenswürdigkeiten aktzeptieren auch unsere VISA Karten. Für den Alltag haben wir das mit der App Alipay vorbereitet und genau diese App bei fast allen Zahlungen eingesetzt. Das funktionierte in Bars, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, mit der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar den Trinkgeldern für unsere Reiseführer und Fahrer. Auch Buddha im Tempel und Bettler auf der Straße haben einen Matrixcode für Alipay vor sich liegen, mit dem an sie gespendet werden kann.

Hotel und Essen

Die Übernachtungen wurden durch Sinorama gebucht und erfolgten in Fünf-Sterne-Hotels. Damit hatten wir internationales Frühstück und konnten uns sowohl an westlichen als auch an chinesischen Speisen bedienen. Letzteres war für Regina die wahre Freude. Das Mittagessen bestand, wie bei uns üblich, aus Kleinigkeiten und Snacks. Das Dinner organisierten wir überwiegend selbst, teilweise auch mit Unterstützung unserer Reiseleiter. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang Peking und Chongqing, wo wir von unseren Reiseleiterinnen in wirklich authentische Lokale geführt wurden, die im Wesentlichen von Einheimischen besucht werden und wo wir die wirklich traditionelle Küche erleben konnten.

Sicherheit

Nicht nur auf dem Flughafen, sondern auf allen Bahnhöfen, Metrostationen und Zutrittsbereichen zu Sehenswürdigkeiten wurde unser Gepäck und wir selbst gescannt. Die vielen Überwachungskameras waren uns zunächst fremd. Allerdings fühlten wir uns dadurch sehr sicher und es bestätigte sich, was wir schon von anderen gehört haben, dass China ein sehr sicheres Reiseland ist, auf den Straßen gibt es weder Taschendiebstähle noch Gewaltkriminalität. So hatten wir auch kein Problem, nachts in eher spärlich beleuchteten Gegenden sicher unterwegs zu sein.

Reisebericht

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Die Landung erfolgte planmäßig mit dem Lufthansaflug LH732 um 15:05 Uhr. Nach dem zwölfstündigen Flug mit sechs Stunden Zeitverschiebung erfolgte die Einreise schnell und unkompliziert, wir hatten bereits im Vorfeld das Immigration Forms ausgefüllt. Unser Reiseleiter Herr Ding wartete bereits am Ausgang des Airports auf uns. Es ging direkt über die große Autobahnbrücke Nanpu zum Bund. Es ist die Seite am Fluss Huangpo Jiang, an dem die prachtvollen alten britischen Kolonialgebäude stehen, auf der anderen Flussseite finden sich die beeindruckenden Wolkenkratzer mit dem höchstem Gebäudes Chinas im modernen Finanzdistrict. Ein phantastischer Gegensatz kolonialer Vergangenheit und zukunftsweisender moderner Architektur. Das möchte ich bereits als ein Highlight bezeichnen, insbesondere nach Sonnenuntergang, wenn die Gebäude illuminiert werden.

Im Anschluss nahmen wir in einem Restaurant in der Fußgängerzone, dem Shaxian Delicacies unser erstes chinesisches Dinner ein. Selbstverständlich essen wir mit Stäbchen, den Chopsticks, klassisches Besteck gibt es nicht. Normalerweise würde ich an dieser Stelle einen Link zum Lokal einbauen, aber das Internet in China funktioniert anders. Hierzu ist die Mega-App WeChat erforderlich.

Nach dem Essen fahren wir in unser Hotel, dem Jinjiang Tower in der französischen Konzession. Wir haben ein Zimmer im 18. Stock, bleiben aber nicht lange im Zimmer, sondern unternehmen eine Revierkunderunde zu Fuß durch das Viertel. Erst nach einem Tsingtao, dem chinesischem Bier mit deutschem Ursprung, in der Kneipe gegenüber fallen wir ins Bett.

Am Sonntagmorgen jogge ich bei sonnigem Wetter in den Fuxing Park und beobachte die Menschen bei ihren morgendlichen Leibesübungen. Nach dem Frühstück erwartet und schon Herr Ding und wir besichtigen wir den Yuyuang Garden und anschließend die Altstadt, die unglaublich touristisch ausgebaut ist. Von dort wandern wir zum Bund, setzen mit der Fähre über den Huangpo Jiang und fahren auf die Besucherplattform des World Finance Centers, dem mit 492 Metern zweithöchsten Gebäude der Stadt. Es geht mit 10 m/s sehr schnell nach oben. Umso länger und mehr genießen wir den Aufenthalt in dem „Flaschenöffner“, wie er auch gern bezeichnet wird.

Den Nachmittag beginnen wir mit der Besichtigung des Jadebuddha-Tempels, Regina huldigt ihm, so wie viele andere Touristen auch, mit kostenlosen Räucherstäbchen und Verbeugungen. Auf die Wunschkärtchen verzichten wir, denn der Preis ist mit bis zu umgerechnet 200 € extrem hoch. Danach genießen wir die Atmosphäre im Künstlerviertel und pausieren in dem Belgien Bistro. Den Vorschlag, schon am späten Nachmittag zu Abend z essen und danach ins Hotel zurückzukehren, lehnten wir ab. Wir ließen uns stattdessen mit dem Wagen zum Bund bringen. Herr Ding erklärte uns dort noch wie wir mit Alipay und der Metro ins Hotel zurückkommen. Diese Erklärungen haben sich als sehr nützlich erwiesen, da wir dies später auch in anderen Städten nutzten. Wir trennen wir uns von unserem Reiseführer und erkunden die Gegend inkl. des Restaurants Hui in der Fußgängerzone in eigener Regie. Es ist fantastisch, wir konnten uns gar nicht an der Skyline bei Dunkelheit satt sehen.

Später sammelten wir erste Erfahrungen in der Nutzung der Metro, Herr Ding hatte uns gut darauf vorbeitet. So war die App Alipay bereits vorbereitet, wir konnten direkt durch die Sicherheitsschleusen und die Zugangssystem auf den Bahnsteig gelangen.

Am nächsten Morgen werden wir nach dem Frühstück abgeholt und zum Fernbahnhof gefahren. Es ist der erste Kontakt mit dem Railway System in China. Alles verläuft einwandfrei. Absolut pünktlich. Das war übrigens immer der Fall, wir haben nie eine Bahn oder Bus erlebt, der zu spät kam. Die Reise im Hochgeschwindigkeitszug ist sehr angenehm, selbst bei 350 km/h haben wir fast keine Fahrgeräusche wahrgenommen. Die Fahrgäste um uns herum waren deutlich lauter!

Für die über 1.200 km und drei Stopps benötigen wir etwas mehr als vier Stunden. Wir kommen überpünktlich an und Frau Meng wartete bereits am Ausgang des Bahnhofs auf uns. Das Programm startet sofort mit dem Besuch des Tian’anmen-Platz, dem Platz des himmlischen Friedens. Wir scheinen mit der Wahl der Reisezeit richtig Glück zu haben. Die für die Besuchermassen vorgesehen Warteeinrichtungen sind quasi leer, einzig der Zugang ist dreifach abgesichert. Im Anschluss besuchen wir den Sommerpalast des Kaisers und schreiten durch den kaiserlichen Garten. Unsere Guide, Frau Meng gibt uns sehr viele interessante historische Informationen dazu.

Dann ist Dinner. Diesmal sind wir nicht ganz so zufrieden. Wir können jedoch mit Herrn Yang von Sinorama verabreden, dass wir die Mahlzeiten ab jetzt selbst organisieren. Den Abschluss bildet der Besuch des Olympiaparks und des in rot illumnierten Olympiastadions, dem sog. Vogelnest. Danach geht es in unser Hotel Lake View.

Es ist Dienstagmorgen, sonnig, 32 Grad. Pünktlich um acht Uhr werden wir abgeholt. Wir haben eine rund zweistündige Fahrt zur Großen Mauer, bei uns bekannter unter dem Namen Chinesische Mauer vor uns. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von Peking aus die Mauer zu besichtigen. Frau Meng hat den Abschnitt in Mutianyu gewählt. Wir kommen an und sehen sie: Die Chang Sheng, übersetzt die lange Festung. Es ist heiß und wir sind dankbar, dass Frau Meng für uns Seilbahnkarten organisiert hat. Es erspart uns einen Fußweg von über 700 m mit 154 Höhenmetern. Wir erreichen den Wachturm Nr. 14. Auch hier halten wir uns einige Zeit auf, gehen zunächst Richtung Süden. Aufpassen ist angesagt: Die Mauer folgt der Geographie und man weiß nie, ob gerade eine Stufe oder eine schiefe Ebene überwunden werden muss. Und die schiefen Ebenen sind sehr schief.

Gegen Spätnachmittag geht es in das Hutong Viertel. Wir schlendern durch die Gassen und genießen einen Lammspieß und in einer Bar ein Bier. Zum Dinner verabreden wir uns wieder mit Frau Meng im Restaurant Makai, ein hervorragendes Restaurant, in dem hauptsächlich die Einheimischen essen. Peking Ente und andere Gerichte vom Feinsten.

Am nächsten Morgen ist mal wieder Joggen angesagt, schließlich liegt unser Hotel direkt an dem großen Longtan Park. Auch hier wieder das gleiche Bild wie in Shanghai: Überall bewegen sich hunderte Menschen zu den unterschiedlichsten Sportarten und Tanzorganisationen. Wir könnten den ganzen Tag hier verbringen und einfach nur beobachten. Das geht natürlich nicht, denn das nächste Highlight, die Verbotene Stadt steht an. Hier lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser der Dynastien Ming und Qing. Für normale Bürger war der Eintritt verboten. Wir schlendern durch das Gelände und kommen so an einem Teil der 890 Paläste und Pavillons mit 8.886 Räumen vorbei. Wir sind nicht allein. Viele weitere, teilweise auch große Reisegruppen drängen sich mit uns über das Gelände. Die Verbotene Stadt gehört zu den meistbesuchten Attraktionen der Welt, weshalb die chinesische Regierung die Besucherzahl auf 80.000 pro Tag beschränkt hat, im Durchschnitt beträgt sie 40 bis 50 Tausend.

Dann steht schon wieder der Abschied an, Frau Meng begleitet uns in den Bahnhof. Mit dem Schnellzug geht es in rund vier Stunden zu dem ca. 1.100 km entfernten Xi’an.

Am Bahnhof steht unser Guide, Herr Yuan bereits am Gleis und begleitet uns zum Wagen. Reisen macht hungrig und so besuchen wir ein Restaurant in der inneren Stadt. Danach geht es zum Hotel Sheraton, wir beziehen ein Zimmer ganz oben, in der 16. Etage.

Am nächsten Morgen fahren wir zunächst zur berühmten Stadtmauer aus der Ming Zeit, die vollständig erhalten ist. Sie ist 13,7 km lang, 18 Meter breit und wenigstens 12 Meter hoch. Die Tore sind zweifach ausgeführt und haben einen Zwischenhof, der als Falle bezeichnet wird, denn somit konnte der Feind nicht direkt einfallen. Von unserem Reiseleiter erfahren wir, dass Fenghuang einst das östliche Ende der Seidenstraße und auch einmal Hauptstadt von China war.

Anschließend geht es zu einem weiteren Highlights unserer Reise, zur Terrakotta Armee. Auf dem Gelände sind mehrere Gebäude, die Haupthalle 1, Halle 2 und 3 sowie das Museum Mausoläum. Circa 2000 Krieger sind ausgegraben, davon sind circa 1000 restauriert. Der erste Kaiser von China, Qin Shihuangde ließ die Terrakotta Armee schaffen, damit sie ihn auch nach seinem Tode im Jenseits beschützen. Heute ist die Armee in Erdtönen gehalten, sie war ursprünglich in bunten Farben bemalt, hat uns unser Reiseführer erklärt. Bei der Ausgrabung blätterte die Farbe innerhalb von Minuten ab. Die echten Bronzewaffen sind allerdings auch heute noch sehr scharf und glänzen. Den Glanz konnten wir im Museum selbst bewundern.

Auf dem zum und hinter dem Ausgang lauert der richtige Touristennepp. Verkaufsstände von Tand ohne Ende, sowie Snacks, Obst und Getränken. Eine fast volksfestähnliche Atmosphäre.

In Anschluss daran geht es zurück nach Xi’an, wo wir die Wildganspagode/Dayan Pagoda mit sieben Stockwerke mit 252 Stufen entern.

Hier folgt eine kleine Geschichte um die Historie diesen Ortes:

Im Jahre 635 n.Chr. Brach der buddhistische Mönch Xuanzahng von China aus auf zu einer beschwerlichen Reise, die ihn durch weite Tile Indiens führte. 17 Jahre lang forschte hr nach heiligen Texten, sammelte sie und entwickelte eine feste Vorstellung, wie er sie für die Mit- und Nachwelt erhalten und aufbewahren wollte. Zurückgekehrt nach Xi’an, in die alte chinesische Kaiserstadt, dort am östlichen Ende der Seidenstraße, ließ er im Jahr 652 n.Chr. Die Dáyán Tá, die Große Wildganspagode errichten . Im Schatten dieses architektonischen Meitsterstücks archivierte der Mönch im Ci’en Tempelkomplex seine literarischen Schätze. Diese sind immer noch vorhanden und berichten uns von dem Leben des Siddhartha Gautama, der später Buddha genannt wurde.

Quelle: Sagenhafte Zeiten Nr. 2/2026, Peter Fiebag Rätselhafter Buddha –

Unser Wunsch ist der Besuch des Muslemischen Viertels. Ein buntes Treiben empfängt uns. Wir probieren Spieße, gefüllte Hühnchenflügel und mit Rind gefüllte Fladen, auch chinesische Hamburger genannt. Alles sehr gut. Unseren Reiseleiter lassen wir eine halbe Stunde warten, allerdings haben wir ihn informiert.

Am Freitagmorgen bringt uns der Hochgeschwindigkeitszug in knapp 5,5 Stunden in die, flächenmäßig, größte Stadt der Welt, nach Chongqing, wo uns unsere Reiseleiterin Frau Uei Huang bereits erwartet. Es ist trüb, es nieselt leicht und Uei erklärt uns: „Wenn der Himmel blau ist und es nicht regnet, bellen die Hunde.“ Während unseres Aufenthalts hat kein Hund gebellt.

Wir fahren zur S-Bahn Station Iiziba Linie 2 grün, das ist die Station, die im sechsten Stock eines Wohnhauses liegt, durch das die Metrozüge fahren. Direkt vor der Station hat die Stadtverwaltung eine Plattform eingerichtet, von dem aus die Touristen dies fotografieren können.

Nachdem wir diese Sensation ausgiebig bewundert haben, nehmen wir diese Bahn für zwei Stationen mit Ziel Eling-Park. Dort sehen wir die berühmten Banyan Bäume. Dort müssen wir unbedingt die sieben Stockwerke der Liangjiang bzw. Kansheng Pagode besteigen. Toller Rundumblick auf Teile der Skyline und der Flüsse Jialing Jilang und Chang Jiang. Schade nur, dass es so dunstig ist. 

Nach einem kurzen Stopp im Hotel Hilton Chongqing fahren wir zusammen zum Restaurant Tongyuan (alte Währung). Es ist die Hauskneipe unserer Guide, die wir zum Essen einladen. Zuvor treffen wir noch ihre Familie, ihren Ehemann und Sohn. Das Lokal ist absolut authentisch, laut, einfach und das Essen saugut!

Mittlerweile ist es dunkel geworden und wir fahren nach Houngyadong an die Waterfront. Die Illumination ist mindestens so gut wie Shanghai, vielleicht sogar besser!

Am nächsten Morgen ist der Himmel erwartungsgemäß bedeckt und die Straßen nass. Nicht ungewöhnlich in Chongqing. Heute morgen steht Joggen auf dem Programm, es geht zum Fußballstadion und dort eine Runde auf der Aschebahn. Nach dem Frühstück fahren wir nach Dazu. Die in den Grotten und Felsüberhängen befindlichen Skulpturen zeigen Stationen und Begründer der drei wichtigsten chinesischen Weltanschauungen, Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus. Die Kunst von Dazu stammt aus der späten Tang-Dynastie (618-907). Der Name des Berges ist Baodingshan, in diesen schuf der buddhistische Mönch Zao Zhifeng im 12. Jh in der Song-Dynastie innerhalb von 70 Jahren für alle verständlich diese Lehren plastisch. Drei Bildnisse sind besonders wichtig: Der 31 Meter lange schlafende Buddha, die Tausendhändige Guanyin, Göttin des Mitgefühls und die Darstellung des buddhistischen Reinkarnationszyklus Rad des Lebens. Wir machen den Schatzkammerbergrundweg und erhalten von Uei viele Informationen über den chinesischen Buddhismus. 

Am Abend wollen wir unbedingt den in Chongqing berühmten Hotpot probieren. Es geht in ein wieder sehr authentisches Restaurant Kubo. Hierzu erklärt uns Uei, dass der Hotpot entwickelt wurde, um die Kälte und Nässe in Chongqing zu trotzen. Die Häuser verfügen über keine Heizungen. Es gibt den Hotpot Yang Ying mit Rind, Schweinebällchen, Garnelenbällchen, Kartoffeln und Lotus, wir können also eine scharfe oder sehr scharfe Soße zum Garen nutzen.

Danach dürfen wir ein weiteres Highlight erleben, eine ca. einstündige Flusskreuzfahrt auf dem Yangste entlang der Promenaden und der Mündung. Höhepunkte sind nicht nur die Illumination der Skyline, sondern auch eine nur freitags und samstags stattfindende Drohnenschau mit über 20 Minuten Dauer.

Sonntag, 17.05.2026

Heute wagen wir uns selbstständig, ganz ohne Guide in die Großstadt. Wir nutzen das S-Bahn und Metro-Netz. Zunächst nehmen wir die Linie 1 zur Endstation Choatianmen, die im Raffles City endet. Das ist das Gebäude mit vier 250 Meter hohen Hochhäusern und einem weiteren, das quer darauf liegt. Kurz nach elf sind wir oben. Eine fantastische Umgebung bei leider nicht so optimalem Wetter, es bleibt zumindest trocken bei 24°C. Die große Terrasse hat einen Glasboden. Es ist schon sehr lustig zu beobachten, wie der ein oder andere Probleme hat, diesen zu betreten. Es gibt auch eine Schaukel, die wir dieses mal wetterbedingt nicht buchen. Erst eineinhalb Stunden später fahren wir wieder hinunter.

Da wir noch auf der Suche nach der Rooftopbar sind, fragen wir uns durch und landen im Intercontinental Hotel im 42sten Stockwerk. Dort gibt es je Seite ein Restaurant und am anderen Ende des querliegenden Hochhauses die Skybar. Wir trinken einen Cappuccino und genießen schon wieder die Höhe.

Gegen 14:00 machen wir einen Rundgang in der Mall und fahren dann mit U1 neun und U5 zwei Stationen zur Hongyancun Station. Es ist die tiefste U-Bahn Station der Welt, es sind in sieben Ebenen 716 Stufen bis nach oben, verbunden mit riesigen Rolltreppen. Nach einem Fotoshooting geht es wieder zurück zum Hotel.

Am Abend fahren wir mit der U1 zum Choatianmen auf den Choatianmen Square. Danach verholen wir uns in die zuvor von uns gebuchte Skybar des Intercontinental. Bier, fried Seafood und zwei Cocktails, Nigroni und Mojito. Tolle Aussicht von oben, schöne Musik, leichter schöner Soul. Anschließend noch einmal über den Choatianmen Square bis ans chinesische Eck, der Mündung des Jialing Jiang in den Jangtse. Hier ist übrigens die einzige Stelle, an der die alte Stadtmauer noch erhalten ist.

Regen. Den ganzen Tag. Auf der Fahrt zum erst neu gebauten Westbahnhof. Regen. Im Schnellzug sind diesmal viele Touristen an Bord. Während der gesamten Fahrt regnet es. Das Abholen durch unsere neue Reiseleiterin, Vera, klappt wie himmer hervorragend. Die Fahrt nach Zhangjiajie führt über eine schöne Bergstraße, nur leider im Regen und Dunst, somit haben wir nur wenig Aussicht.

Längste Glasbodenbrücke der Welt  

Auch vor, auf und nach der längsten Glasbodenbrücke der Welt gibt es meist schwere Regenfälle. Unsere Guide überreicht uns zwei neue Rain Coats. Trotzdem werden wir unterhalb der Knie quatschnass. Mittlerweile wissen wir, dass sich die längste Glasbodenbrücke der Welt in Vietnam befindet. Die Daten „unserer Brücke“: Spannweite 430 m Länge, Breite 6 m, ca. 300 m hoch. 

Fenghuang

Unsere Fahrt nach Fenghuang legen wir mit einem PKW zurück und kommen am frühen Abend in Fenghuang, der Ancient Phoenix City, an. Der Regen hat mittlerweile aufgehört. Wir stürzen uns sofort ins Getümmel über die Rainbow Bridge entlang der alten Stadtmauer. Wir sehen Spieße mit Heuschrecken, Maden u.a. Wir entscheiden uns für Rinderspieße. Danach bestaunen wir den Phoenix und können die Chinesen beim Sport treiben und Tanzen beobachten.

Mittlerweile ist es dunkel, die Stadt ist voller Menschen, es entsteht ein Lichterspektakel. Wir genießen die Atmosphäre, bis wir uns ins Hotel bringen lassen.

Im Hotel Wyndham Grand Plaza Hot Springs, Zimmer 3001 bekommen wir eine riesige Suite, das Beste und Größte und Komfortabelste, das das Hotel zu bieten hat und wir auf der ganzen Reise je hatten. Wir erlebten eine total dunkle und ruhige Nacht in der Wildnis.

Am nächsten Morgen regnet es schon wieder, im Laufe des Vormittags hört es jedoch auf. Wir schlendern entlang des Tuo Jiang, es ist Hochwasser und wir entscheiden uns für die Bootsfahrt. Danach müssen wir schon wieder zum Bahnhof, die Zugfahrt dauert bis 21:55 Uhr, trotz der hohen Geschwindigkeit von teilweise 345 km/h, allerdings mit vielen Stopps.

An der Endhaltestelle Bahnhof Kowloon West folgt für mich die Überraschung: Wir reisen tatsächlich aus China aus, incl. Stempel im Pass und nach Hongkong ein, diesmal jedoch mit Papierkontrollzettel. Herr Stanley, unser Reiseleiter für die Fahrten ins Hotel und zur Fähre am letzten Tag, erwartet uns bereits am Ausgang. Die nächste Überraschung für mich: Es herrscht Linksverkehr! Natürlich! Und so geht es durch den Tunnel nach Hongkong Island in unser Hotel, das Grand Harbour. Es ist alles ok hier, nur kommt uns dieses Zimmer nach dem riesigen Appartment in Fenghuang sehr klein vor, es ist jedoch absolut guter Standard. Nach der langen anstrengenden Fahrt müssen wir den Tag in der Skybar im 42. Stockwerk beenden und genehmigen uns ein Tsing Tao vom Fass. Toller Blick über die Skylines von Hongkong.

In Hongkong sind wir ohne Reiseleiter unterwegs. Der Tag startet für mich mit Joggen im Cost Park Precinct. Anschließend trainieren Regina und ich im hoteleigenen Gym mal wieder unsere Wirbelsäulen. Danach genießen wir ein ausgiebiges Frühstück mit Blick auf Kowloon.

Auch hier lässt uns eine Starkregenschauer noch etwas im Hotel verweilen. Während meine E-SIM von Holafly einwandfrei in Hongkong funktioniert, verbindet sich Reginas E-SIM von Nomad nicht mehr mit dem Internet, sie benutzt Wifi zu Recherchen. Zwischen zwölf und 19:00 Uhr bleibt es Trocken, die Temperatur wird bis 28°C steigen.

Gegen elf fahren wir mit der Metro Blue-Line und Green Line zum Tsim Sha Tsui in der Nathan Road. Das Wetter bessert sich, die Sonne schafft es immer wieder einige Augenblicke durch die Wolkendecke zu kommen, so dass wir sogar die Sonnenbrillen brauchen. Wir kommen vorbei an Reginas Hotel von vor 30 Jahren, dem The Penisnsula, dessen Blick auf die Bucht mittlerweile durch die Museen Space Museum und Museum of Modern Art verbaut wurde. Von der Waterfront geht es in die Mall Ocean Terminal. Auf der warmen Steintreppe pausieren wir etwas.

Hier ist alles britisch, so auch die Busse. Mit dem Doppeldecker Bus Linie 1 fahren wir zum Flower Market. Wir schlendern dort durch die Gassen, besuchen den Bird Market und wandern Richtung Ladies und Street Market. Bevor wir mit dem Bus Linie 6 zum Night Market fahren, kühlen wir etwas bei Starbucks ab. Die Lokale und Geschäfte sind extrem runter gekühlt, so dass wir dort immer eine Jacke überziehen müssen.

Am frühen Abend werden die Stände des Night Market gerade aufgebaut. Wir schlendern einmal darüber. Eigentlich gibt es dort nur noch Billigware. Auch ich probiere endlich einmal die berühmten Dumplings, eine Art Maultasche mit sehr dünnen Reisteig. Dann verholen wir uns auch schon zur Waterfront, wo wir ganz gespannt auf die angekündigte Lightshow warten. Auch viele andere Touristen haben die selbe Idee. Die Lightshow ist enttäuschend, es wird etwas Musik über Lautsprecher eingespielt, nur leider verhindert ein Hubschrauber während der gesamten zehn Minuten, dass wir davon viel mitbekommen.

Plötzlich funktioniert meine Datenverbindung LTE auch nicht mehr. Das Zahlen mit der Octupus Karte ist trotzdem noch möglich. Wir fahren mit der Fähre auf die andere Seite zum Central Ferry Pier auf Hongkong Island, sehen, dass das Oberservation Wheel tatsächlich nicht selbst leuchtet. Auf dieser Seite schlagen wir uns nun ohne Datenverbindungen durch bis zu unserer Subway Station Frotress Hill. Wir finden tatsächlich noch ein offenes chinesisches Restaurant Superman. Der Reis ist dort bereits ausgegangen, um 22:30 Uhr, es gibt noch Spieße mit Hühnchen und Lamm sowie einen Nudeltopf mit Lamm. Auch diesen Abend beenden wir wieder in der Rooftop Bar unseres Hotels.

Auch am nächsten Morgen, es ist Donnerstag, der 21.05.2026 regnet es „Backsteine“. Vor Dunst und Regen ist die andere Seite kaum zu sehen. Ich nutze die Zeit, um herauszufinden, weswegen ich keine Datenverbindung mehr habe. Es wird klar, als mir in einem Chat der Telefongesellschaft Holafly mitgeteilt wird, dass ich zwar eine China-Datenrate habe, aber eben nicht von Hongkong. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als auch dies noch zu kaufen. Wir bereiten unsere Einreise nach China nun ein zweites Mal vor, in dem wir die Immigraion Forms erneut ausfüllen.

Gegen Mittag geht es wieder mit einem Doppeldeckerbus zu den Piers, dann mit der Fähre nach Kowloon. Wir entscheiden uns dafür, das Museum M+ zu besuchen. Der Weg dorthin erscheint uns so weit, dass wir mit dem Bus zur Kowloon Station fahren. Nun müssen wir durch die Kowloon Mall, der Weg ist nun nicht kürzer als direkt zu Fuß. Dort angekommen, besichtigen wir die Installationen in den beiden unteren Stockwerken. Danach nehmen wir an einer Kiosk an der Waterfront einen Kaffee und beobachten den Schiffsverkehr. Es ist der schlechteste Kaffee der gesamten Reise. Trotz des trüben Wetters entschließen wir uns den Victoria Peak zu besuchen. Mit der Subway und dem Linienbus fahren wir zu dem 428 Meter hohen Wahrzeichen und Aussichtspunkt. Wir steigen aus und sehen zunächst nur Nebel. Nichtsdestotrotz begeben wir uns zu dem Lions Pavillon und wir sind beileibe nicht allein. Viele überwiegend chinesische Reisegruppen teilen unser Schicksal. Als sich schließlich der Nebel hebt und sich damit die Sicht verbessert, ist uns klar, weswegen wir hier oben stehen. Der Ausblick ist bombastisch! Hongkong liegt uns zu Füßen.

Mit dem Doppeldeckerbus geht es die enge Bergstraße wieder zum Pier. Nun fahren wir doch noch Riesenrad, das Oberservation Wheel. Danach machen wir in der Dämmerung einen Spaziergang entlang der Waterfront, hunderte Joggerinnen und Jogger begegnen uns. Wir wollen wieder ein chinesisches Lokal besuchen und finden das Lei King Restaurant, in der Lockhard Road 268. Das Dinner ist vom Feinsten. Für die Fahrt zum Hotel nutzen wir die Hochstraßenbahn. Und wieder genehmigen wir uns einen Absacker in der Skybar mit Blick auf das nächtliche Hongkong.

Am Freitag werden wir früh von Stanley abgeholt und fahren mit dem Schnellboot nach Shenzhen.

Heute reisen wir weiter, nach Shenzhen, DER Technologie-Stadt, manche sagen, es ist das Silicon Valley Chinas! Mal wieder alles zusammen packen. Um sieben öffnet der Frühstückssaal. Das nimmt das Personal auch sehr genau. Nach einem kurzen Frühstück checken wir aus und treffen wieder Stanley und seinen Fahrer. Sie bringen uns zu dem Kaloon Pier. Unsere Fähre startet pünktlich, wir sind 53 Minuten unterwegs, in denen wir knapp 23 sm mit einer Geschwindigkeit von 30 Knoten zurücklegen. Auch hier können wir die Einreiseformalitäten schnell erledingen und treffen auf Leslie, die uns mit ihrer Fahrerin mit einem E-Car AION abholt.

Regina erinnert sich, dass sie bereits vor 34 Jahren im Rahmen der EUROLink Projekte schon hier war. Das Shenzhen von damals war allerdings noch viel kleiner mit noch unter 2 Mio.  Einwohnern gegenüber ca. 18 Mio. Einwohnern heute. Shenzhen gehörte zu den ersten chinesischen Sonderwirtschaftszonen, in denen der chinesische Staat im Rahmen der Öffnungspolitik das kapitalistische Wirtschaftssystem umsetzte. In Folge dessen hat sich das ursprüngliche Fischerdorf Shenzhen mit 30.000 Einwohnern mit Beginn der 1980er Jahre zu einer Weltmetropole entwickelt. Heute werden insbesondere Elektronikprodukte, Telekommunikation, E-Fahrzeuge, Software, Cloud, AI-Anwendungen und Drohnen entwickelt und produziert. Bekannte Vertreter sind Tencent für WeChat, BYD für E-Fahrzeuge und DJI für Drohnen. Wir haben den Besuch des ein oder anderen Unternehmens gebucht.

Gegen 11:00 kommen wir bei DJI, dem Drohnenhersteller an. Ein beeindruckendes Gebäude. Fotoshooting. Eigentlich habe ich erwartet, dass wir nun in den Customer Center gehen. Das war leider nicht vorbereitet und war so kurzfristig nicht mehr möglich. Auch der Besuch des Zentral- und Entwicklungscenters von BYD hat nicht so geklappt, wie wir das erwartet haben.

Aber Shenzhen hat ja mehr zu bieten. Zur Mittagszeit kommen wir am zweithöchsten Gebäude Chinas an, dem Ping An Finance Centre mit einer Höhe von 599 Metern. Der Skywalk ist auf Level 114, Höhe 547,6 m, es sind also noch 50 m über uns. Sehr beeindruckend.

Weiter geht es zum Tencent Binhai Manson Headquarters an der Binhai Avenue. Reinkommen wir nicht, ist es doch die Schaltstelle von WeChat und weiterer wichtiger Software. Allerdings hat uns eine Mitarbeiterin in den Shop und Café des Unternehmens geführt. Wenigstens trinken wir dort einen lauwarmen Kaffee.

Nachmittags genießen wir die Ruhe im Shenzhen Talent Park mit bestem Blick auf den China Ressources Company Tower. Und dann besuchen wir sie, die Huaqiang Bay, die größten Warenhäusern für Elekto- und Elektronikartikel der Welt. Wir wollten einfach nur mal schauen. Aber dann kommen wir in den Kaufrausch und leisten uns einige hochwertige, aber äußerst preiswerte Elektronikartikel.

Kurz vor der Weiterreise mit dem Nachtzug machen wir noch einen Stopp an der Plaza Shenzen Museum of Contemporary Art, dem MOCAUP.

Um 20:41 Uhr geht unser Nachtzug nach zurück nach Shanghai. Wir teilen unsere Kabine mit zwei jungen Chinesen. Beide sind englischsprachig und wir haben einen neten Abend. Der Zug ist bis auf den letzten Platz belegt. Die Speisekarte ist gut, allerdings sind bis auf zwei Suppen alle anderen Speisen ausgegangen. Wir entscheiden uns für die Taiwanesische. Kurz vor zwölf fallen wir in unsere Kojen und können in dem Softsleeperabteil recht gut schlafen. 

Der Zug wird um 06:53 Uhr ankommen, daher werden die Fahrgäste bereits vor sechs Uhr geweckt. Freilich sind Regina und ich schon früher wach und nehmen uns einen Kaffee im Restaurant-Wagen. Kurz nach unserer Ankunft holt uns der Reiseleiter William ab und bringt uns wieder in unser bereits bekanntes Hotel Jinjang. Das Einchecken ist leider erst ab 14 Uhr möglich. Macht nichts, wir starten sofort zur Erkundung des französischen Viertels, in dem unser Hotel liegt und buchen ein Restaurant auf Empfehlung von Bernd.

Hier treffen wir zwei Franzosen, die eine französische Bäckerei ausfindig gemacht haben, aus der es wunderbar nach frischen Backwaren europäische Art duftet. Ich musste unbedingt ein Schokocroissant kaufen. Es ist wirklich köstlich.

Wir flanieren auf der Einkaufsstraße Huaihai Middle Road und widmen dem Fuxing Park einen ausgiebigen Besuch. Es ist Wochenende und zahlreiche Chinesen nutzen das schöne Wetter, um in diesem Park zu tanzen, zu turnen und zu singen. Eine Kakophonie verschiedenster Musik und Gesang empfängt uns, es ist einfach wunderbar. Wir trinken einen grünen Tee. Aufgrund der Wettersituation entscheiden wir uns, auf das höchste Gebäude Chinas zu gehen, den Shanghai Tower. Dazu müssen wir erstmals den Bus nutzen. Nach zwei Stationen sind wir in einer Gegend ohne Touristen : Ausstieg beim Changzheng Hospital durch die Fengyang Road. Wir haben wir im Vorfeld der Reise gelesen, dass der neue Trend in Shanghai das Tragen von Schlafanzügen auf der Straße sei. Dann sehen wir sie, die Männer und Frauen, die in Schlafanzügen und Lockenwicklern auf der Straße spazieren gehen. Vom People’s Square mit Metro 2 zur Station Lujiozui, direkt im Finanzbezirk. Von dort sind es nur wenige Minuten.

Um 13:20 Uhr ist es soweit. Wir sind am höchsten Gebäude Chinas. Die Tickets kosten für uns als Senioren nur 198 Yuan und dann geht es hoch. Das Gebäude ist 632 m hoch, damit 33 m höher als der Ping Na Finance Tower in Shenzhen. Die Geschwindigkeit des Aufzugs beträgt 16 m/s, also ca. 57,6 km/h Steiggeschwindigkeit. Das heißt, der Druckgradient beträgt 2 hPa / s. Das merken auch die Ohren. Nach unten ist die Geschwindigkeit dann „nur“ noch 10 m/s. Als wir dann endlich oben sind, sind wir doch etwas enttäuscht. Die Wolken beeinträchtigen in dieser Höhe bereits die Sicht und auch das Glas spiegelt.

Am Abend folgen wir Bernds Empfehlung und dinieren im Restaurant Jiu Jui Di Shuidong Xian Cai, unser köstliches Menü besteht aus Rippchen, Spicy Chicken with peanuts, Spicy Beef, Spicy Shrimps und Reis, der sowieso immer dazu gereicht wird. Den Abschluss machen Melonen.

Nach dem Essen wollen wir doch noch mal zum Bund. Mit der Linie 13 geht es vom Hotel und Linie 10 in die East Nanjing Road, das ist die große Fußgängerzone. Um diese Zeit sind Hunderttausende unterwegs. Der Blick auf die Skyline ist wieder überwältigend. Wir halten uns so lange auf, dass wie gerade noch eine der letzten Metros erreichen, um wieder zurück zu kommen.

Unser letzter Tag in China, Sonntag, der 24.05.2026

Es hat geregnet, dichte tiefhängende Bewölkung, zeitweise Nieseln, 23 °C. Nach dem Aufstehen gehe ich joggen durch die Yanzhong Guangchang, Dongyuan und Yanzhong Parks. Wir lassen uns bei unserem ausgiebigen Frühstück Zeit, wir versäumen nichts, wieder Regen, teilweise sehr stark. Unser Zimmer müssen wir erst um 14:00 Uhr räumen.

Nachmittags lässt der Regen etwas nach, wir machen einen Spaziergang, wieder zum Fuxing Park. Im Topflower haben wir wieder zwei grüne Tee bestellt und sitzen im leichten Regen unter dem Schirm.

Für die Fahrt zum Airport Pudong 1nehmen wir die Linie 13 und Linie 2. Wir sind gegen 20:00 Uhr dort und haben genügend Zeit, um Koffer abzugeben, Immigration und Security Control durchzuführen und uns auf unseren Flug vorzubereiten.

Dieser startet pünktlich. Die Maschine ist bis auf den letzten Platz belegt. Die Plätze in der Premium Economy sind ok.


Nach rund 13 Stunden Flug landen wir pünktlich in Frankfurt. Herrlicher Sonnenschein und unser Wagen direkt vor dem Terminal erwarten uns. Für das Auto hatten wir den Parkservice von Parkos gebucht.

Zusammenfassung

Interessante Reise, imposante Großstädte. Praktisch jede Stadt ist eine Millionenstadt, die bei uns weitgehend unbekannt sind. Beeindruckend sind die Skylines von Shanghai und Chongqing. Aber auch die Chinesische Mauer, die Terrakotta Armee und die verbotene Stadt. Das Sicherheitsniveau ist beeindruckend, aber auch das Chaos, dass auf den Straßen herrscht. Auf Schildern ist fast nur Chinesisch zu lesen, ebenso im Straßenverkehr. Dennoch ist es nicht sonderlich schwer für uns, sich mit den Navigations-Apps Amap oder Apple Maps zurechtzufinden.